Gesundheitliche Risiken durch Lärm, Infraschall, Schattenwurf
Der Betrieb der naheliegenden neuen 10 Windräder bei Bostelwiebeck hat deutlich gemacht, wie belastend der Windkraftlärm direkt in Bohndorf und Aljarn ist. Die geplanten weitern 10 bis 15 Windräder im Mausetal verstärken die Lärmbelastung besonders der Bürgerinnen und Bürger von Bohndorf und Aljarn. Erschwerend kommt hinzu, dass Bohndorf und Aljarn vom Osten (Bostelwiebeck), vom Süd-Westen (Aljarn/Eddelstorf) als auch nun vom Westen (Mausetal) unmittelbar in 1 km Entfernung eingekesselt und beschallt wird bzw. sein wird.
Windkraftanlagen erzeugen bekanntlich zwei Arten von Lärm: den direkt gehörten Lärm in dB gemessen und den Lärm niedriger Frequenzen (Infraschall). Der monotone und ständige Geräuschpegel bewirkt gesundheitliche Schäden mit teilweise schweren medizinischen Problemen und Schlafstörungen. Die gesundheitlichen Schäden gehen nicht nur vom direkt hörbaren Lärm, sondern auch vom tieffrequenten Lärm hoher und niedriger Stärke (bis etwa 10-15 km) aus mit Kopfschmerzen, unstetem Gleichgewicht, Brechreiz, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depressionen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme.
Das Umweltbundesamt hat in der Studie die "Geräuschwirkungen bei der Nutzung von Windenergie an Land“ untersucht. Ergebnis: In allen Untersuchungsgebieten in Deutschland wurde durch Windenergieanlagen verursachter Infraschall (DIN 45680) festgestellt. Die Lästigkeit im Hörversuch stieg mit zunehmender Modulationstiefe des tieffrequenten Schalls. Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse, dass bereits die bloße Wahrnehmbarkeit einer Amplitudenmodulation die Lästigkeit erhöht (UBA 2022).
Mehr Windräder, mehr Lärm: eine zusätzliche gleich laute Schallquelle erhöht die Lautstärke um ca. 3 dB. Allerdings, 10 gleiche Schallquellen erzeugen die doppelte Lautstärke (+10dB, logarithmisch). D.h. die geplanten mehr als 10 Windräder im Mausetal seitens des RROP und wpd werden also den Lärm sogar verdoppeln.
Besondere Lärmempfindlichkeit durch Windräder: Eine höhere Lärmbelästigung durch Windenergieanalegen im Vergleich zu anderen Umgebungslärmquellen bei gegebenem Pegel haben z.B. van Kamp und van den Berg 2020, Health Effects Related to Wind Turbine sound, Including Low-Frequency Sound and Infrasound, Australian Acoustical Society, 46, 31-57, (https://link.springer.com/article/10.1007/s40857-017-0115-6 ) und mehrere Reviews festgestellt.
Das Umweltbundesamt hat in der Studie die „Geräuschwirkungen bei der Nutzung von Windenergie an Land“ untersucht. Ergebnis: In allen Untersuchungsgebieten in Deutschland wurde durch Windenergieanlagen verursachter Infraschall (DIN 45680) festgestellt. Die Lästigkeit im Hörversuch stieg mit zunehmender Modulationstiefe des tieffrequenten Schalls. Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse, dass bereits die bloße Wahrnehmbarkeit einer Amplitudenmodulation die Lästigkeit erhöht (UBA 2022). Zudem, jedes der neuen Windräder wird ca. 275 m hoch (20-fache Baumhöhe) sein und in Bohndorf und Aljarn unmittelbar sichtbar und hörbar sein und unwiederbringlich unsere Natur, das Landschaftsbild zerstören und unsere Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Schattenwurf/Schlagschatten irritieren schon jetzt die Anwohner von Aljarn und Bostelwiebeck. Neue Windräder im Mausetal verstärken als Störungsquellen die Irritation von Mensch und Natur.
Blinken der Lichter vom Top der Windräder der naheliegenden 10 Windräder in Bostelwiebeck (vom Osten her) werden durch die noch höheren neuen Windräder im Mausetal (vom Westen her) die Irritation der eingekesselten Bürgerinnen und Bürger von Bohndorf und Aljarn verstärken. Jeder Blick von Aljarn und Bohndorf in Richtung Lüneburg und Thomasburg wird bereits jetzt nachts beeinträchtigt, auch durch das sichtbare Blitzen der roten Markierungslampen der Windräder.
Gesundheitliche Beschwerden als „unmittelbare und sichere Ursache“ durch Windkraftbetrieb wurden von dem französischen Appellationsgericht in Straßburg am 13.11.2025 ausgesprochen: „Das Gericht stellt fest, dass der Betrieb der in der Nähe der Wohnung errichteten Windkraftanlagen die direkte und sichere Ursache des von der Betroffenen empfundenen Stresses und der Angst ist." Quelle: Le Figaro 22.1.2026, https://www.lefigaro.fr/actualite-france/la-justice-fait-le-lien-entre-les-problemes-de-sante-d-une-habitante-de-la-somme-et-la-proximite-d-un-parc-eolien-20260122.
Das Urteil reiht sich ein in frühere gerichtliche Entscheidungen mit Windkraftbetrieb als festgestellte Ursache gesundheitlicher Beschwerden:
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2021 (Toulouse): stellt Veränderungen des Gesundheitszustandes (Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Herzrasen und Schlafstörungen, „Windkraftsyndrome“) durch tieffrequenten Schall (Infraschall), ausgehend von Windenergieanlagen, fest. Urteil des Cour d'appel de Toulouse vom 8. Juli 2021
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2024 Rennes: Das Appellationsgericht hat am 12. März 2024 erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität und gesundheitliche Auswirkungen durch Windkraftanalgen auf Anwohner als Grundlage der Entscheidung zur Entschädigung für Wertverlust von betroffenen Immobilien (ca. 40%) festgestellt.
Damit ist mit Straßburg bereits die dritte Gerichtsentscheidung, die einen klaren kausalen Zusammenhang zwischen Windkraftbetrieb und gesundheitlichen Beschwerden feststellt (Le Figaro 22.1.2026).
Fazit
Solange nicht gesundheitliche Schäden durch den direkten Lärm, den tieffrequenten Schall und dem Schattenwurf auszuschliessen sind, sind Windräder im Mausetal nicht zuzulassen.
Mehr dazu:
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
https://www.hlnug.de/themen/laerm/akustische-grundlagen/rechnen-mit-schallpegeln
Kaula, St. 2023, Krank durch Windräder
https://www.windwahn.com/2023/09/04/krank-durch-windraeder-ii-1/ (15.3.2024)
Lenzen-Schulte, M., Schenk, M. (2019), Windenergieanlagen und Infraschall: Der Schall, den man nicht hört, Deutsches Ärzteblatt 2019; 116(6): A-264 / B-219 / C-219
https://www.aerzteblatt.de/archiv/206759/Windenergieanlagen-und-Infraschall-Der-Schall-den-man-nicht-hoert
Umweltbundesamt 2016, Mögliche gesundheitliche Effekte von Windenergieanlagen, Berlin
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1968/publikationen/161128_uba_position_windenergiegesundheit.pdf
Umweltbundesamt 2022, Geräuschwirkungen bei der Nutzung von Windenergie an Land, Texte 69/2022
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/geraeuschwirkungen-bei-der-nutzung-von-windenergie
Umweltbundesamt 2024, Lärmwirkungen von Infraschallimmissionen, Berlin
https://www.umweltbundesamt.de/themen/laerm/nachbarschaftslaerm-laerm-von-anlagen/laerm-von-windenergieanlagen
WHO 2018, Leitlinien für Umgebungslärm
https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/343938/WHO-EURO-2018-3287-43046-60247-ger.pdf?sequence=
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